Gott
Gott und die Welt
1.) Wer ist Gott?
2.) Ist Gott allwissend?
3.) Der Mensch als Schöpfung Gottes
4.) Vorstellung vom Paradies
5.) Versuch eines Beweises der Nicht-Existenz eines wertenden Gottes
Anmerkungen
Wer ist Gott
Zitat 2.Mose 20 Vers 2: “Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.” Dieser Gott stellt sich so selbst im ersten der Zehn Gebote vor. Auch Jesus Christus läßt dieses Gottesbild bestehen, fügt aber die Eigenschaften der unendlichen Gnade und Liebe hinzu.
Nun das Problem: Als Moses mit seinem Volk in ägyptischer Gefangenschaft war, ließ Gott jede Erstgeburt (Mensch, Tier, Pflanze) töten, um den Pharao unter Druck zu setzen und ihn dazu zu bewegen, das Volk Israel aus der Gefangenschaft zu entlassen.
Dies tat der Herrscher Ägyptens, erkannte jedoch kurz darauf, wie irrational er gehandelt hatte. Sein gesamtes Heer nahm die Verfolgung auf und mußte auf Gottes Willen hin in den Fluten des Roten Meeres umkommen. Die Öffnung und Schließung des Meeres geschah ausdrücklich auf Weisung Gottes. Und zigtausende Familienväter ließen trauernde Witwen und Waisen zurück. Wie wenn Gott keine andere Möglichkeit gehabt hätte.
Es bleibt die Frage, warum Gott so ausgesprochen grausam handelt, aber gleichzeitig für sich die vollkommene Liebe als Eigenschaft beansprucht.
Diese zwei gegensätzlichen Gesichter Gottes vertragen sich derart nicht, daß sich mein Bild von Gott aufgelöst hat. Denn es bleiben nur folgende Möglichkeiten:
a) Gott ist nicht existent, in einer Weise, die uns bekannt ist und die wir verehren können
b) Da Gott von sich auch sagte er sei unwandelbar muß er schizophren sein
c) Es gibt zwei verschiedene Götter, die aber von uns für einen Gott gehalten werden. Diese Möglichkeit führt aber zu a) , da der Gott der Liebe nach Jesu der gleiche sei, wie der Gott Moses.
Als praktizierender Christ ist es keine Option nur Teile der Bibel als wahr anzuerkennen und andere als schwere Übersetzungsfehler abzutun. Zumal die teile aus Mose gerade eben 10 der 11 christlichen Gebote enthalten, die somit ebenfalls an Gültigkeit verlieren würden (siehe 1.Gebot: Ich bin der Herr…). Der Aspekt der unendlichen Liebe Gottes (auch zu den Menschen) zieht sich ebenfalls durch das gesamte Neue Testament, und kann deshalb ebenfalls nicht als Übersetzungsfehler angesehen werden.
Ist Gott allwissend?
Frage: “Weiß ein allwissendes Wesen alles?”
Antwort: “Nein. Es weiß eine einzige Sache nicht. Wie es ist nicht allwissend zu sein.”
Diese Logik schließt ein allwissendes Wesen aus.
Der Mensch als Schöpfung Gottes
Zitat 1.Mose 1 Vers 27:”Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.”
Zitat 1.Mose 2 Vers 17:”aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben.”
Zitat 1.Mose 3 Vers 22:”Und Gott sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!”
Der Mensch stellt sich als unvorhergesehener Fehler in Gottes Schöpfung heraus. Er wurde Gott zum Ebenbild geschaffen, aber nicht mit allen Gott eigenen Fähigkeiten geschaffen.
Es könnte jetzt vier darüber geredet werden, ich möchte dazu aber nur eines sagen:
Für den Preis des Todes haben wir den schönsten Lohn erhalten. Wir können Kinder zeugen, uns der Evolution anpassen. Das war’s wert!
Vorstellung vom Paradies
- Emotional:
Das Paradies kann man sich ganz einfach visualisieren. Es läßt sich als Förmchen beschreiben, in welches das Wesen, die Seele, der Verstand, die Gefühle, das Sein ganz genau hinein passt. Ohne Lücken, so einfach zum reinpassen und wohlfühlen. - Rational:
Es gibt die Welt des Seins und die Welt des nicht-Seins. Beide sind untrennbar miteinander verwoben. Jede noch nicht gedachte Idee befindet sich noch in der Welt des nicht-Seins. Wird sie von einem Menschen gedacht, so kommt sie zur Existenz in die Welt des Seins.
Das nicht-Sein, also die Welt des Todes ist alles was potentiell im Sein denkbar wäre, aber noch oder nicht mehr existiert. Diese Welt des nicht-Seins ist von jedem im Sein befindlichen Geist nicht denkbar, sonst wäre sie ja in der Welt des Seins.
Versuch eines Beweises der Nicht-Existenz eines wertenden Gottes
Ein Gott richtet. Ein Gott wertet.
Dies ist absurd.
Als Veranschaulichung folgende Überlegung:
Man kommt als Außerirdischer auf die Erde und ist mit mächtigen Gaben ausgestattet. Diese Gaben (z.B. Hellsehen, Wasser in Wein verwandeln, Krankheiten heilen, …) kann man nun auf 100 Menschen übertragen, so daß diese Menschen fortan die Gaben nutzen können.
Aber wem sollte man die Gaben zukommen lassen?
Den schönsten Menschen? Den klügsten? Den weisesten? Den langlebigsten? Den freundlichsten? Den dümmsten? Den gläubigsten? …
Jede Entscheidung für ein Kriterium wäre hier wohl fehlbar und ungerecht.
Genauso fehlbar und ungerecht müßte eine Auswahl an Kriterien für einen Gott hier sein. Die uns überlieferten Kriterien Gottes sind: Glaube, Liebe und Hoffnung.
Anmerkungen
Zitate aus Bibel Ausgabe 1912.
Ich möchte niemandes Glauben anzweifeln oder verletzen, sondern bin dankbar für Lösungsvorschläge zu den aufgeworfenen Dilemmas.